Thema: Naturnahes Gärtnern

Laden Sie Vögel, Bienen und Schmetterlinge in Ihren Garten ein!

Wer erfreut sich nicht daran, in seinem Garten Vögel beim Nestbau und Füttern ihrer Jungen zu beobachten, Bienen um seine Blumen schwärmen zu sehen oder einen noch nie gesehenen Schmetterling zu entdecken. Doch ohne es zu wollen, verdrängen wir die Tierwelt immer weiter aus unserem Garten. Zunehmend entstehen Steinwüsten „umzäunt“ von Kirschlorbeer- oder Thujahecken, verblühte Pflanzen werden ruckzuck abgeschnitten, „Unkräuter“ vernichtet und Laub fein säuberlich weggeblasen. Für Tiere heißt das: Sie finden bei uns weder ausreichend Nahrung noch Unterschlupf, Nist- und Überwinterungsplätze.
Dabei ist es gar nicht schwer, aus einem Garten ein Paradies für Vögel, Igel, Bienen und Co. zu machen.


Nutzen Sie einheimische Wildpflanzen

Vogelkirsche oder Felsenbirne, Wiesenstorchschnabel oder Färberkamille haben nektar- und Starpollenreiche Blüten, die zahlreiche Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten anlocken. Und die sind ihrerseits eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten-fressende Vögel. An den Früchten und Beeren erfreuen sich unzählige Vögel: über 60 verschiedene Vogelarten lassen sich die Früchte der heimischen Eberesche und ca. 50 die der Vogelkirsche schmecken. Unsere hiesige Tierwelt ist an das Angebot heimischer Pflanzen angepasst, mit Exoten wie Azalee oder Rhododendron können sie oft nichts anfangen. So sind die Blüten der so gern gepflanzten Forsythie nektar- und pollenlos. Insekten finden dort keine Nahrung. finden Ohne Pollen aber keine Früchte, so gehen auch die Vögel hier leer aus.
Ein abwechslungsreiches Wildstaudenbeere mit wildem Majoran, Wiesenglockenblume oder Ochsenauge oder gleich eine artenreiche Blumenwiese kann der Insektenwelt vom Frühjahr bis zum Herbst ausreichend Nahrung bieten. Dornentragende Sträucher wie Wildrosen oder Weißdorn geben
Rolf Vögeln und ihren Nestern Schutz vor Katzen und Elstern.
Außerdem sind heimische Pflanzen äußerst robust, langlebig und weniger anfällig für Schädlinge, wenn man sie am richtigen Standort pflanzt.


Artenvielfalt geht alle an!

Salbei Die Artenvielfalt bei Tieren und Pflanzen ist bedroht. Hauptursache ist die Zerstörung natürlicher Lebensräume. Die Intensivierung der Landwirtschaft, Überbauung und Zersiedelung der Landschaft sowie die Umweltverschmutzung vernichten im großen Stil artspezifische Nahrungsquellen, Nist-und Unterschlupfplätze. Fast die Hälfte der heimischen Vogelarten ist in ihrem Bestand bedroht. Von den 560 in Deutschland nachgewiesenen Wildbienenarten ist ebenfalls die Hälfte gefährdet oder vom Aussterben bedroht, bei den Schmetterlingsarten gilt dies für mehr als 60%.


Ein Schritt Richtung Erhalt der Artenvielfalt

Nicht nur in Naturschutzgebieten, sondern auch im eigenen Garten kann man einen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt tun. Wenn Gartenbesitzer helfen, natürliche Lebensräume zu schaffen, können diese „Trittstufen“ der Zersiedelung ein klein wenig entgegen wirken. Je vielfältiger ein Garten gestaltet wird, je mehr heimische Pflanzenarten angebaut werden, desto mehr Nischen werden geschaffen. Oft braucht es nur ein wenig Umdenken, um etwas „Unordnung“ im Garten zuzulassen oder ein paar Wildkräuter zu tolerieren, um so der Vielfalt im Garten Gelegenheit zu geben, sich zu entfalten.

Tipps zum naturnahen Gärtnern

Mit folgenden Tipps können Sie aus ihrem Garten ein Paradies für Vögel, Igel und Insekten machen und zudem einen Beitrag für den Artenschutz leisten. Es muss dabei nicht gleich der ganze Garten umgestaltet werden.

  • Nutzen Sie heimische Wildpflanzen
    Unsere Tierwelt ist optimal an ihr Angebot angepasst!

  • Arbeiten Sie giftfrei im Garten
    Vor allem Arten am Ende der Nahrungskette wie z.B. Vögel werden sonst geschädigt, da
    sich viele der angebotenen Wirkstoffe in der Nahrungskette anreichern.

  • Verwenden Sie Pflanzen mit ungefüllten und fruchtbaren Blüten
    Bei gefüllten Blüten kommen Insekten kaum oder nicht an den Nektar heran, Pollen sind oft gar nicht vorhanden; unfruchtbare Blüten bringen keine Früchte hervor.

  • Lassen Sie ein wenig „Unordnung“ im Garten zu
    Wenn Laub, Reisig oder einige „Unkräuter“ im Garten verbleiben, entstehen Nist-, Rückzugs- und Überwinterungsplätze sowie Nahrung für viele Tierarten. Mit „Schädlingen“, die man vernichtet, vernichtet man gleichzeitig die Nahrungsgrundlage vieler Tiere.

  • Verwenden Sie torffreie Erde
    So tun Sie etwas für den Schutz der Arten in den Mooren. Gleichzeitig leisten Sie einen Beitrag zum Klimaschutz.

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Annette Windhausen, NABU Lörrach