Projekte

Steinkauzprojekt Marktgräflerland  

Der Steinkauz war im Markgräflerland bis in die Nachkriegsjahre hinein ein häufiger Bewohner der Baumhöhlen in den Streuobstgärten um unsere Dörfer herum und den Leuten als "Wixi" wohlbekannt, wenn auch bei vielen als "Totenvogel" verschrien.
In den 50er Jahren setzte jedoch infolge des massiven Verlustes an Streuobst ein starker Rückgang ein und 1990 stand die kleine Eule im Landkreis Lörrach kurz vor dem Aussterben.

Leiter des Projektes: Franz Preiss
Datei zum Text: SteinkauzProjekt.pdf

Weitere Infos finden Sie auch beim Trinationalen Artenförderungsprogramm Steinkauz.

Amphibien im Landkreis Lörrach

Im Landkreis Lörrach finden sich gegenwärtig noch insgesamt 12 Amphibienarten. Dies sind Laubfrosch, Grasfrosch, Springfrosch, Teichfrosch, Seefrosch, Erdkröte, Kreuzkröte, Geburtshelferkröte, Gelbbauchunke, Bergmolch, Fadenmolch, Teichmolch, Kammmolch und Feuersalamander.

In den drei Jahren 2011, 2012 und 2013 wurden schwerpunktmäßig zunächst Vorkommen und Bestände der Kreuzkröte) sowie der Wasserfrösche ( Seefrosch und Teichfrosch) untersucht. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen wurden 2014 in der Zeitschrift „Naturschutz am südlichen Oberrhein“ veröffentlicht.

Erkenntnisse aus diesen Untersuchungen bildeten bereits die Grundlage für ein Projekt zur Stützung der Kreuzkrötenbestände im Bereich zwischen Eimeldingen, Fischingen und Binzen. In Zusammenarbeit mit dem Trinationalen Umweltzentrum Weil am Rhein (TRUZ) wurden im Rahmen eines durch die EnBW geförderten Projektes im Jahre 2013 neun Laichgewässer auf Grundstücken der Gemeinde Eimeldingen, der Gärtnerei Hoch-Reinhard und des NABU Lörrach für die Kreuzkröte angelegt. Hier finden Sie weitere Informationen zu diesem Projekt: beim MRLV Baden-Würtemberg.
In einem zweiten durch die EnBW geförderten Projekt wurde 2013 zwischen Fischingen und Binzen neuer Landlebensraum und Laichgewässer für die stark im Rückgang befindliche Geburtshelferkröte angelegt( siehe auch die Infos beim MRLV Baden-Würtemberg). Haben Sie Interesse, an diesen Projekten mitzuarbeiten oder kennen Sie Vorkommen oder Laichgewässer von Amphibien, insbesondere von Kreuzkröte, Seefrosch, Teichfrosch, Gelbbauchunke, Geburtshelferkröte oder Laubfrosch? Dann nehmen Sie doch Kontakt mit uns auf!

Leiter des Projektes: Stefan Kaiser, Schopfheim

Heimische Wildpflanzen - mehr Artenvielfalt im Garten

Die Hälfte der heimischen Vogelarten sowie die Hälfte der 560 heimischen Wildbienenarten
sind in ihrem Bestand gefährdet, bei den Schmetterlingen gilt dies für mehr als 60 Prozent
der Arten. Hauptursache ist die Zerstörung der natürlichen Lebensräume und
Nahrungsquellen.

Zwar sind 95 % der deutschen Bevölkerung der Meinung, dass die Natur unbedingt
geschützt und die Vielfalt der Pflanzen und Tiere dauerhaft gesichert werden müsse, aber
die meisten sind der Ansicht, dass sie persönlich keinen Beitrag dazu leisten könnten.( Dies
hat die dritte bundesweite Befragung zum Naturbewusstsein, die 2013 in Deutschland durchgeführt wurde, ergeben.)
Dabei kann nicht nur in Naturschutzgebieten, sondern auch im eigenen Garten
etwas für die Artenvielfalt getan werden. Bedenkt man, dass die Fläche aller Gärten in
Deutschland in etwa der Fläche aller deutschen Naturschutzgebiete entspricht,
erkennt man das große Potential privater Gärten. Hinzu kommen noch zahlreiche
Grünflächen in Industriegebieten.

Unsere Tierwelt ist optimal an heimische Wildpflanzen angepasst. Diese bieten
reichlich Pollen und Nektar für Insekten und bringen anschließend Früchte für Vögel und
Kleinsäuger hervor und sind somit unverzichtbar für den Erhalt einer artenreichen Tierwelt.
Allerdings verschwinden heimische Wildpflanzen immer mehr aus unseren Gärten und auch
aus dem Angebot der Gärtnereien. Meist werden Exoten oder Züchtungen angepflanzt und angeboten, die vielen Tierarten keine Nahrung mehr
bieten.

Unser Anliegen ist es, umliegende Gartenbaubetriebe/Gärtnereien dafür zu gewinnen,
ihr Angebot an heimischen Wildpflanzen zu erweitern und es in ihrem Betrieb so zu präsentieren, dass Kunden direkt aufmerksam werden. Zusätzlich wollen wir mit Hilfe von Öffentlichkeitsarbeit vermehrt Garten- und Balkonbesitzer anregen, heimische Wildpflanzen einzusetzen und sie für die Idee des naturnahen sowie des torffreien Gärtnerns gewinnen.
Wenn Sie Lust haben, uns in dieser Arbeit zu unterstützen, nehmen Sie doch bitte Kontakt
mit uns auf.

Leiter des Projektes: Annette Windhausen, Lörrach

Schleiereulenprojekt

Eine für Süddeutschland besonders charakteristische Eulenart ist die Schleiereule mit dem wissenschaftlichen Namen Tyto alba. Die Schleiereule ist mit 33 - 38 cm etwa so groß wie die Waldohreule. Männchen und Weibchen sind äußerlich nicht zu unterscheiden. Das Weibchen wiegt mit durchschnittlich 340 g nur wenig mehr als das Männchen (315 g). Mit ihrem herzförmigen Gesicht und den kleinen dunklen Augen ist die Schleiereule vielleicht unsere schönste Eule. Das Gefieder ist oberseits gelbbraun und unterseits weiß. Die Ohren liegen unter den Federn des Gesichtes verborgen. Aufgrund ihrer Federstruktur gleitet die Schleiereule in fast lautlosem Flug durch die Nacht. Schleiereulen jagen fast ausschließlich nach Feldmäusen. Die Schleiereule nistet bevorzugt in einzelnstehenden, exponierten Gebäuden, vor allem Scheunen und Kirchtürme haben es ihr angetan.

Beim NABU gibt es die Aktion Lebensraum Kirchturm. Wir betreuen zurzeit knapp 40 Kirchtürme im Markgräflerland, Wiesental und am Hochrhein. Da die Weibchen geräumige, möglichst dunkle und störungsfreie Brutnischen mit freiem Anflug bevorzugen, sind in den jeweiligen Kirchtürmen über die letzten Jahrzehnte Nisthilfen, in Form von Nistkästen, für die Schleiereulen angebracht worden. Unsere Arbeit besteht darin, die Nistkästen zu säubern, wenn nötig zu reparieren und die Bruten zu kontrollieren. Neben den Schleiereulenkästen gibt es in vielen Kirchen auch Brutkästen für Turmfalken.

Der Bestand der Schleiereulen zeigt auffällige Schwankungen. Je nach Menge des Nahrungsangebotes passt sie sich in ihrer Fortpflanzung den aktuellen Gegebenheiten an. In Jahren in denen es nicht genügend Feldmäuse gibt, bleibt der Brutplatz oft verwaist. Alle drei bis vier Jahre vermehren sich die Feldmäuse explosionsartig. In solchen Jahren legt die Schleiereule viele Eier und brütet bis zu dreimal im Jahr, so dass sich der Bestand wieder erholen kann. Fall Sie Lust haben uns bei dieser Arbeit zu unterstützen, nehmen Sie doch Kontakt mit uns auf.

Leiter des Projektes: Armin Kreutner und Peter Wenner