Projekte

Der Rotmilan im Biosphärengebiet Schwarzwald

Im Projekt „Greifvogelmonitoring im Biosphärengebiet Schwarzwald“ wird systematisch der Rotmilan-Bestand im Südschwarzwald erfasst und es werden die Nist- und Rastplätze dokumentiert. Auf dieser Basis werden Schutzmaßnahmen entwickelt und diese, gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Forstwirtschaft, Landwirtschaft und behördlichem Naturschutz, NABU-Ehrenamtlichen und anderen Beteiligten umgesetzt. Wer Interesse an der Mitarbeit an einem zukünftigen, ehrenamtlichen Monitoring hat, ist jederzeit willkommen. Eine ausführlichere Projektbeschreibung findet sich unter: https://baden-wuerttemberg.nabu.de/natur-und-landschaft/aktionen-und-projekte/23626.html

Ansprechpartner des Projektes: Andreas Lang

Steinkauzprojekt Marktgräflerland  

Der Steinkauz war im Markgräflerland bis in die Nachkriegsjahre hinein ein häufiger Bewohner der Baumhöhlen in den Streuobstgärten um unsere Dörfer herum und den Leuten als "Wixi" wohlbekannt, wenn auch bei vielen als "Totenvogel" verschrien.
In den 50er Jahren setzte jedoch infolge des massiven Verlustes an Streuobst ein starker Rückgang ein und 1990 stand die kleine Eule im Landkreis Lörrach kurz vor dem Aussterben.

Leiter des Projektes: Franz Preiss
Datei zum Text: SteinkauzProjekt.pdf

Weitere Infos finden Sie auch beim Trinationalen Artenförderungsprogramm Steinkauz.

Amphibien im Landkreis Lörrach

Im Landkreis Lörrach finden sich gegenwärtig noch insgesamt 12 Amphibienarten. Dies sind Laubfrosch, Grasfrosch, Springfrosch, Teichfrosch, Seefrosch, Erdkröte, Kreuzkröte, Geburtshelferkröte, Gelbbauchunke, Bergmolch, Fadenmolch, Teichmolch, Kammmolch und Feuersalamander.

In den drei Jahren 2011, 2012 und 2013 wurden schwerpunktmäßig zunächst Vorkommen und Bestände der Kreuzkröte) sowie der Wasserfrösche ( Seefrosch und Teichfrosch) untersucht. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen wurden 2014 in der Zeitschrift „Naturschutz am südlichen Oberrhein“ veröffentlicht.

Erkenntnisse aus diesen Untersuchungen bildeten bereits die Grundlage für ein Projekt zur Stützung der Kreuzkrötenbestände im Bereich zwischen Eimeldingen, Fischingen und Binzen. In Zusammenarbeit mit dem Trinationalen Umweltzentrum Weil am Rhein (TRUZ) wurden im Rahmen eines durch die EnBW geförderten Projektes im Jahre 2013 neun Laichgewässer auf Grundstücken der Gemeinde Eimeldingen, der Gärtnerei Hoch-Reinhard und des NABU Lörrach für die Kreuzkröte angelegt. Hier finden Sie weitere Informationen zu diesem Projekt: beim MRLV Baden-Würtemberg.
In einem zweiten durch die EnBW geförderten Projekt wurde 2013 zwischen Fischingen und Binzen neuer Landlebensraum und Laichgewässer für die stark im Rückgang befindliche Geburtshelferkröte angelegt( siehe auch die Infos beim MRLV Baden-Würtemberg). Haben Sie Interesse, an diesen Projekten mitzuarbeiten oder kennen Sie Vorkommen oder Laichgewässer von Amphibien, insbesondere von Kreuzkröte, Seefrosch, Teichfrosch, Gelbbauchunke, Geburtshelferkröte oder Laubfrosch? Dann nehmen Sie doch Kontakt mit uns auf!

Leiter des Projektes: Stefan Kaiser, Schopfheim

Heimische Wildpflanzen - mehr Artenvielfalt im Garten

Die Hälfte der heimischen Vogelarten sowie die Hälfte der 560 heimischen Wildbienenarten sind in ihrem Bestand gefährdet, bei den Schmetterlingen gilt dies für mehr als 60 Prozent der Arten. Hauptursache ist die Zerstörung der natürlichen Lebensräume und Nahrungsquellen.

Zwar sind 95 % der deutschen Bevölkerung der Meinung, dass die Natur unbedingt geschützt und die Vielfalt der Pflanzen und Tiere dauerhaft gesichert werden müsse, aber die meisten sind der Ansicht, dass sie persönlich keinen Beitrag dazu leisten könnten.( Dies hat die dritte bundesweite Befragung zum Naturbewusstsein, die 2013 in Deutschland durchgeführt wurde, ergeben.)
Dabei kann nicht nur in Naturschutzgebieten, sondern auch im eigenen Garten etwas für die Artenvielfalt getan werden. Bedenkt man, dass die Fläche aller Gärten in Deutschland in etwa der Fläche aller deutschen Naturschutzgebiete entspricht, erkennt man das große Potential privater Gärten. Hinzu kommen noch zahlreiche Grünflächen in Industriegebieten.

Unsere Tierwelt ist optimal an heimische Wildpflanzen angepasst. Diese bieten reichlich Pollen und Nektar für Insekten und bringen anschließend Früchte für Vögel und Kleinsäuger hervor und sind somit unverzichtbar für den Erhalt einer artenreichen Tierwelt.
Allerdings verschwinden heimische Wildpflanzen immer mehr aus unseren Gärten und auch aus dem Angebot der Gärtnereien. Meist werden Exoten oder Züchtungen angepflanzt und angeboten, die vielen Tierarten keine Nahrung mehr bieten.

Unser Anliegen ist es, umliegende Gartenbaubetriebe/Gärtnereien dafür zu gewinnen, ihr Angebot an heimischen Wildpflanzen zu erweitern und es in ihrem Betrieb so zu präsentieren, dass Kunden direkt aufmerksam werden. Zusätzlich wollen wir mit Hilfe von Öffentlichkeitsarbeit vermehrt Garten- und Balkonbesitzer anregen, heimische Wildpflanzen einzusetzen und sie für die Idee des naturnahen sowie des torffreien Gärtnerns gewinnen. Wenn Sie Lust haben, uns in dieser Arbeit zu unterstützen, nehmen Sie doch bitte Kontakt mit uns auf.

Leiter des Projektes: Annette Windhausen, Lörrach

Schleiereulenprojekt

Eine für Süddeutschland besonders charakteristische Eulenart ist die Schleiereule mit dem wissenschaftlichen Namen Tyto alba. Die Schleiereule ist mit 33 - 38 cm etwa so groß wie die Waldohreule. Männchen und Weibchen sind äußerlich nicht zu unterscheiden. Das Weibchen wiegt mit durchschnittlich 340 g nur wenig mehr als das Männchen (315 g). Mit ihrem herzförmigen Gesicht und den kleinen dunklen Augen ist die Schleiereule vielleicht unsere schönste Eule. Das Gefieder ist oberseits gelbbraun und unterseits weiß. Die Ohren liegen unter den Federn des Gesichtes verborgen. Aufgrund ihrer Federstruktur gleitet die Schleiereule in fast lautlosem Flug durch die Nacht. Schleiereulen jagen fast ausschließlich nach Feldmäusen. Die Schleiereule nistet bevorzugt in einzelnstehenden, exponierten Gebäuden, vor allem Scheunen und Kirchtürme haben es ihr angetan.

Beim NABU gibt es die Aktion Lebensraum Kirchturm. Wir betreuen zurzeit knapp 40 Kirchtürme im Markgräflerland, Wiesental und am Hochrhein. Da die Weibchen geräumige, möglichst dunkle und störungsfreie Brutnischen mit freiem Anflug bevorzugen, sind in den jeweiligen Kirchtürmen über die letzten Jahrzehnte Nisthilfen, in Form von Nistkästen, für die Schleiereulen angebracht worden. Unsere Arbeit besteht darin, die Nistkästen zu säubern, wenn nötig zu reparieren und die Bruten zu kontrollieren. Neben den Schleiereulenkästen gibt es in vielen Kirchen auch Brutkästen für Turmfalken.

Der Bestand der Schleiereulen zeigt auffällige Schwankungen. Je nach Menge des Nahrungsangebotes passt sie sich in ihrer Fortpflanzung den aktuellen Gegebenheiten an. In Jahren in denen es nicht genügend Feldmäuse gibt, bleibt der Brutplatz oft verwaist. Alle drei bis vier Jahre vermehren sich die Feldmäuse explosionsartig. In solchen Jahren legt die Schleiereule viele Eier und brütet bis zu dreimal im Jahr, so dass sich der Bestand wieder erholen kann. Fall Sie Lust haben uns bei dieser Arbeit zu unterstützen, nehmen Sie doch Kontakt mit uns auf.

Leiter des Projektes: Armin Kreutner und Peter Wenner

Rückkehr des Wiedehopfs

Vor allem der Verlust an Lebensraum und der vermehrte Einsatz von Pestiziden haben dazu geführt, dass der Wiedehopf heute zu den stark gefährdeten Vogelarten in Deutschland gehört. Es gibt aber Hoffnung für den „Hopf“: Durch gezielte Schutzmassnahmen fühlt er sich besonders hier in Südbaden, wo er typischerweise vorkam, langsam wieder heimisch.
Er ist ein relativ großer Vogel, etwas größer als eine Amsel, mit einem langen Schnabel und einer relativ „bunten“ Färbung. Durch seine markante Federhaube auf dem Kopf, die er steil aufrichten kann, ist er unverwechselbar. Als Lebensraum dienen dem Wiedehopf offene Landschaften oder lichte Wälder mit Altholzbeständen, wo er Baumhöhlen für die Aufzucht der Jungen findet. Er ernährt sich fast ausschließlich von Großinsekten wie Maulwurfsgrillen („Werren“), sowie von grösseren Engerlingen und Raupen, die er im kurzen Gras entdeckt. Deshalb ist es wichtig, dass die Vegetation in Wiedehopf-Gebieten durch regelmäßiges Mähen oder Beweidung kurz gehalten wird.

Schutzmaßnahmen für den Wiedehopf beinhalten vor allem das Aufstellen spezieller Wiedehopf-Brutkästen und die Aufwertung des Lebensraums. Das geschieht beispielsweise durch gezieltes Mähen von Streuobstwiesen zur Brutzeit des Wiedehopfs und den Verzicht von Düngemitteln und Pestiziden, um ein ausreichendes Nahrungsangebot (Insekten!) sicherzustellen. Am Kaiserstuhl waren solche Schutzbemühungen bereits erfolgreich. Dort besteht durch jahrelanges Engagement der NABU-Gruppe Kaiserstuhl wieder eine stabile Population mit ca. 100 Brutpaaren – das ist rund ein Viertel des gesamten Wiedehopf-Bestands in Deutschland! Da dort der „Wohnraum“ langsam knapp wird, hat der NABU im Landkreis Lörrach 2011 ein Projekt gestartet um auch hier potentiellen Lebensraum für den Wiedehopf zu schaffen. Derzeit sind ca. 20 Brutkästen an geeigneten Standorten im Landkreis aufgestellt worden. Dieses Jahr kam dann die Überraschung – das erste Wiedehopf-Pärchen hat sich einen der Lörracher Brutkästen für seine Brut ausgesucht! Dieser erste Erfolg macht natürlich Mut zum Weitermachen! Für den Bau der Kästen, das Suchen geeigneter Grundstücke und den Unterhalt der aufgestellten Kästen können wir deshalb jede Unterstützung gebrauchen!
Falls Sie Interesse haben, beim Wiedehopf-Projekt mitzumachen oder sich weiter informieren möchten, können Sie sich gerne an uns wenden.

Leiter des Projektes: Rolf Dietrich